Donnerstag, 26.11.15 Marie Séférian Quartett



Marie Séférian Vocals
Tino Derado Piano
Tim Kleinsorge Bass
Javier Reyes Drums
 
Charmant lässt  Marie Séférian ihre Stimme in einer Weise jubilieren, wie man es lange nicht mehr so überzeugend im deutschen Jazz hören konnte. „Mille Nuits“  ist das neue Album des Marie Séférian Quartetts und behandelt  ausschließlich orientalische Märchen.

Gemeinsam mit dem französischen Texter Solamens hat Marie Séférian Märchen in Versform gebracht und sie in ein neues musikalisches Gewand gesteckt. So entstehen u.a. musikalische Erzählungen "Schéhérazade" oder auch "Aladins Wunderlampe".

Der international bekannte Pianist Carsten Daerr hat sich u.a. dem Märchen vom Zedernbaum, einer Erzählung von Elsa Sophia von Kamhoevener, gewidmet. Eine musikalische Reise durch den Schnee, die mit der existenziellen Phrase „Ein jeder kehrt zu seinem Ursprung zurück“ in dem Zuhörer lange nachhallt.

So verbindet das Marie Séférian Quartett in schwebender Eleganz  Bilder, Geschichten und Musik, die trotz Leichtigkeit ihren Tiefgang nie verlieren.

Der Bassist Tim Kleinsorge, der gemeinsam mit dem Schlagzeuger Javier Reyes bereits ein langer Weggefährte Séférians ist, hat sich der Geschichte einer Blume angenommen. Da funkeln und prasseln Cymbal-Rides von Javier Reyes (Drums), klatschen und sprechen alle Bandmitglieder während die Sängerin Marie Séférian nach surrenden  Szenen zu dem lieblichen Gesang einer Blume wechselt, eines Vergissmeinnichts.

Kein Wunder, Marie Séférian verfügt über ein breites Ausdrucksspektrum, das sich aus unterschiedlichsten Erfahrungen speist. Eine gebürtige Münsteranerin, die deutsch-französische Wurzeln hat, sich in dem libanesischen Mikrokosmos ihrer Großeltern Zuhause fühlt und Berlin zu Ihrer Wahlheimat gemacht hat.

Carsten Daerr, Tim Kleinsorge und Javier Reyes legen ihrer Sängerin einen farbenreichen Klangteppich aus Gesang und Instrumenten hin, dem Marie Séférian mit delikater Stimmführung bravourös neue Konturen verleiht.

Souverän beweist dieses Quartett mit „Mille Nuits“, dass Sängerinnen schon lange nicht mehr nur Frontfrauen sind, sondern Teil des gesamten Band-Sounds. Jedenfalls ist das Marie Séférian Quartett mit dem neuen Album auf bestem Wege, den Ehrentitel eines orientalischen Märchenkönigs zu erobern. Für den europäischen Jazz ist die junge Dame mit ihren drei Gefährten nämlich unzweifelhaft eine Bereicherung.

www.marie-seferian.de

 

 

Reservierung/Reservations

Eintritt frei – Beitrag erwünscht